Reisebericht

Reise auf die Insel Kreta

Reiseart:
Rundreise
Reiseland:
Griechenland
Schiffsname:
-
Reisezeit:
April 2008
Aufrufe:
3835
Bewertung:
Verfasser:
reiseschwaben
Bericht vom:
12.06.2008
Favoriten:
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··· Reiseverlauf und Höhepunkte

Um 9.30 Uhr starteten wir zu unserer diesjährigen Flugreise zur Insel Kreta.
Unser Omnibus holte uns zu Hause ab. Unterwegs kamen an verschiedenen Haltestellen die restlichen Mitreisenden dazu. Ab Weinsberg waren wir vollzählig und starteten mit 41 Teilnehmern nach Frankfurt zum Flughafen.
Da dieses Jahr die Saison in Kreta etwas später anlief, mussten wir ab Frankfurt mit der Linienmaschine über Thessaloniki nach Heraklion fliegen. Die Fahrt lief zügig, da samstags nicht so viele Autos unterwegs waren. Punkt 12 Uhr waren wir dann am Flughafen. Den Schalter der Aegean Airlines hatten wir bald gefunden und konnten unsere Koffer aufgeben.
Unser Reiseleiter Klaus kümmerte sich noch um unser Reisemitglied Roswitha, die noch kein Ticket hatte (sie erwartete ein Enkelkind und konnte sich so nicht rechtzeitig anmelden, der kleine Erdenbürger kam aber ein paar Tage früher und war gesund und munter und so konnte die Oma mit auf Reisen gehen), aber leider gab es in unserem Flugzeug kein Platz mehr und sie musste allein über Athen mit einem Aufenthalt dort, nach Heraklion fliegen. Sie hatte nicht mehr viel Zeit zum Überlegen, da die Maschine schon in einer halben Stunde abflog. Klaus begleitete die reiseerfahrene Großmutter noch bis zur Kontrollstelle und verabschiedete sich von ihr bis zur Ankunft in Heraklion.
Wir anderen hatten noch etwas mehr Zeit, da unser Abflug erst um 14.10 Uhr angesagt war.
So konnten wir in aller Ruhe noch unsere mitgebrachte Vesper verzehren und unsere Flaschen leer trinken, damit uns an der Kontrolle nichts abgenommen wurde.

Unterwegs fiel Klaus plötzlich ein, dass er Roswitha Haag gar nicht gesagt hatte in welchem Hotel wir untergebracht sind. Auch ihr fiel dies unterwegs ein, aber irgendeine Lösung wird sich schon finden, dachte sie.
Bei unserer Landung stand schon Frau Schmidt von der dortigen Agentur auf Kreta mit einem Bus bereit, um uns abzuholen. Ich erklärte mich bereit auf Roswitha Haag am Flughafen zu warten. Nach ca. 2 Stunden war es dann soweit und die Tafel zeigte ihre baldige Landung an. Als sie mich erblickte fielen wir uns um den Hals und ein ganz großer Stein fiel von ihr ab. Auch der Koffer kam mit an und so konnten wir ein Taxi nehmen und uns zum Hotel
Chrissi Amoudia in der Nähe von Hersonissos bringen lassen. Klaus und Frau Schmidt warteten noch auf uns und todmüde sanken wir in unsere Betten. Nachts kam noch ein Gewitter, das auch noch Regen mitbrachte.


2. Tag, Sonntag, den 6. April 2008

Erst am Morgen sahen wir, wo wir überhaupt gelandet waren. Die Hotelanlage war
wunderschön angelegt mit einem Schwimmbad in der Mitte, einer Liegewiese und prächtigen Palmen, die im Sommer wunderbar Schatten spenden. Wir hatten unsere Zimmer verteilt in verschiedenen Bungalows bis zu 6 Zimmern, in denen je drei Betten vorhanden waren. Die ersten beiden Nächte waren noch etwas frisch, bis jeder Teilnehmer seine Heizung im Griff hatte. Im Speisesaal des Hauptgebäudes gab es dann ein fürstliches Frühstück am Büfett. Jedes konnte nach Herzenslust zuschlagen.
Um 9.00 Uhr kam der Bus um uns zur ersten Besichtigung der Ausgrabungsstätte nach Knossos abzuholen. Der Fahrer Jorgos war ein sehr guter und ruhiger Fahrer und auch der Reiseleiter Evangelis hatte ein enormes Wissen und konnte uns viel erklären und erzählen.
Die Fahrt ging auf der Schnellstraße Richtung Westen. Erst jetzt sahen wir die wirkliche Schönheit der Nordküste. Bei strahlendblauem Himmel - leider noch etwas windig – und tiefblauem Meer waren wir sehr beeindruckt von den vielen Buchten, kleinen Sandstränden und weidenden Schafen und Ziegen. Gegen das Landesinnere ragten hohe kahle Berge in den Himmel. Im Hintergrund sahen wir das Idagebirge, das noch mit Schnee bedeckt war.
Unterwegs gab uns unser Reiseleiter einen Einblick in die Geschichte Kretas.
Diese können Sie nachlesen in unserem Reiseführer Seite 20.
In der Nähe des Flughafens verließen wir die Schnellstraße nach Süden. Etwa 5 km südwestlich von Heraklion erreichten wir die Ausgrabungsstätte Knossos. Sie umfasst ein über 20.000 qm großes Areal mit der bedeutendsten minoischen Palastanlage. Der Palast entstand um 1950 v.Chr. auf den Überresten älterer Anlagen. Um 1700 v. Chr. wurde er durch Erdbeben zerstört und anschließend als neuer Palast wieder errichtet. Im 14. Jh. v.Chr. zerstörte ein Feuer die gewaltige Palastanlage die vermutlich 1300 Räume hatte. Der Palast, Sitz des legendären Königs Minos war in vier Stufen um einen rechteckigen 1325 qm großen Hof angelegt. Seit dem Jahre 1899 werden seine Ruinen ausgegraben durch den britischen Archäologen Sir Arthur Evans. Viele der wertvollen Funde sind heute im Archäologischen Museum in Heraklion ausgestellt. Leider konnten wir die Stücke nicht sehen, da das Museum gerade umgebaut wird.
Wir betraten die Anlage über den Westhof und konnten noch das Originalpflaster aus Kalkstein sehen. Hier fand auch die Opferung von Tieren statt. Viele alte Pinien und Zypressen stehen noch hier sie sind über 100 Jahre alt. Hierauf hatten sich einige Pfauen niedergelassen und verführten ein großes Geschrei. In der Südwestecke des Hofes steht die Büste des Ausgräbers, Sir A. Evans, die ihm zu Ehren errichtet wurde. Unser Reiseleiter Evangelis erklärte uns genau die Ausgrabungen und führte uns zu drei großen runden Gruben die als Depots für Abfälle und Opfergaben dienten, für Zeremonien, die im Westhof abgehalten wurden. Von hier gelangten die Besucher über das monumentale Westtor in einen Vorraum. Hier befindet sich auch eine Reproduktion der westlichen Propyläen (Vorhallen) wo die großen Vorratskrüge lagerten. Sie stehen in zwei Reihen in länglichen Kammern und zwischen ihnen verlaufen Reihen tiefer rechteckiger Zisternen, die mit Alabasterplatten ausgelegt sind. Diese dienten wahrscheinlich zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten, während man in den Krügen feste Nahrungsmittel aufbewahrte. Es konnten hier unendlich viele Krüge gelagert werden. Vom Obergeschoss des Westflügels gelangte der Besucher über eine Treppe mit zwei Säulenreihen in den großen rechteckigen, gepflasterten Zentralhof. Von hier aus konnte man nach Belieben von einem Flügel in den anderen gelangen. Der Hof spendete dem Palast, der sich mit seinen mehrgeschossigen Bauten rings um ihn erhob, Licht und Luft. Man hat angenommen, dass hier verschiedene Zeremonien und Feste abgehalten wurden. Auch der Nord- und Südeingang führte in diesen Hof. Von seinem Pflaster ist nur wenig erhalten. Die Platten wurden während der venezianischen Herrschaft abtransportiert und zum Bau von Befestigungsanlagen verwendet. Auch die Gebäude konnten nicht mehr alle rekonstruiert werden.
Hier fanden einmal im Jahr Stierspiele mit Männern, die über die Stiere springen mussten, statt. Vom Zentralhof gelangt man auch durch einen Vorraum in den Thronsaal, mit einem Alabasterthron in der Mitte und Bänken an der Nord- West- und Südseiten. An der Südseite gab es auch ein Bassin für Reinigungsbäder. Links und rechts vom Thron befinden sich Reproduktionen der Wandmalereien. Diese phantastischen Wesen mit Adlerköpfen und Löwenleibern symbolisieren die königliche und göttliche Macht. Der Thronsaal hatte religiösen Charakter und es wird angenommen, dass hier Minos und die Priesterschaft Zusammenkünfte abhielten, bei denen sie auch Recht sprachen.
Gleich daneben lag das zentrale dreiräumige Heiligtum mit der Schatzkammer des Heiligtums. Diese Ruinen sind vor der Verwitterung geschützt durch ein Blechdach.
Weiter führte uns unser Reiseleiter durch die riesige Anlage und zeigte uns die Ruinen der Unterkünfte der Könige und Königinnen, Badehaus mit Bassin für die Reinigungsbäder, Quartiere mit Werkstätten, Töpfereien, Lagerraum der großen Krüge, die Vorratsräume des alten Palastes, Toiletten der Königin, die mit Wasserspülung versehen war und durch eine Kanalisation zum Meer führte. Dann die nordöstlichen Lagerräume, das Zollamt, Theater und die Königsstrasse.
Tief beeindruckt über die Größe der ganzen Anlage, fuhren wir anschließend weiter nach Heraklion. Diese Stadt zählt 160.000 Einwohner.
Die Geschichte können Sie nachlesen im Reiseführer Seite 36.
Nach einer kurzen Rundfahrt stiegen wir aus und setzten unsere Besichtigung durch die Innenstadt zu Fuß fort. Dort trafen wir zuerst auf den Freiheitsplatz, wo zwei Kanonen stehen als Erinnerung an die Befreiung von den Türken. Gegenüber konnten wir die mächtige Befestigungsanlage sehen. Auch wunderschöne lilablühende Judasbäume zierten die Stadt. Unser nächster Gang war nun zur großen Kathedrale.
Diese große Kirche ist kreuzförmig gebaut mit einer mächtigen Kuppel in der Mitte. Vorne an der Ikonenwand befindet sich auf jeder Seite zwei Bilder von Aposteln und in der Mitte ein schwarzer Vorhang mit einem Kreuz. Viele Malereien mit Bildern aus der Bibel verzieren die Wände und die Säulen sind aus Marmor. Unser Reiseleiter erklärte uns wie ein orthodoxer Gottesdienst stattfindet. Die Psalmen werden singend gebetet. Da hier auch der Bischofsitz ist, hat der Erzbischof einen eigenen Thron und gleichzeitig sind noch zwei Stühle für andere Bischöfe vorhanden. Ein prunkvoller Leuchter hängt unter der Kuppel. Früher waren Frauen und Männer getrennt, heute nicht mehr.
Ostern ist für die Orthodoxe Kirche der wichtigste Festtag und wird sehr groß gefeiert.
Von der Kanzel liest ein Diakon die Psalmen während des Gottesdienstes. Am Ausgang gibt es noch Brot für die Gemeinde als Geschenk der Kirche. Wir selbst konnten uns davon bedienen und das Brot kosten.
Wir machten nun einen Bummel durch die Innenstadt, wo sehr viele Gebäude in den letzten Jahren erneuert wurden. Auch die Straßen wurden neu gepflastert. Ein imposantes Gebäude, mit vielen dorischen Säulen, das früher als Treffpunkt der reichen Venezianern diente, ist auch neu restauriert, darin befindet sich heute das Rathaus. Bei unserem Gang durch die Hafenstraße konnten wir noch viele prächtige Gebäude mit ihren schönen Fassaden bewundern.
In der Nähe des Hafens steht die Titus-Kirche. Sie war in der Türkenzeit eine Moschee, das Minarett wurde abgerissen und zu einer orthodoxen Kirche umgebaut. Hier wirkte Apostel Paulus als erster Bischof. Ihm zu Ehren findet einmal jährlich eine Prozession statt.
Die Hafenanlage ist auch als venezianische Festung sehr schön erhalten bzw. restauriert. Hier legen nur noch kleine Schiffe an. Die ganze Stadt hatte eine ausgezeichnete Festungsanlage, denn die Türken konnten nach der Eroberung von Chania 1645 Heraklion erst 21 Jahre später erobern.
Am Hafen stiegen wir wieder in unseren Bus um ins Hotel zurückzufahren. Wir hatten heute ein Mittagessen, da es gestern Abend zur späten Stunde kein Abendessen mehr gab.
Den restlichen Nachmittag hatten wir frei und konnten die nähere Umgebung des Hotels besichtigen und auch einen Spaziergang ans Meer machen. Durch den starken Wind war das Meer sehr aufgewühlt und hatte viele weiße Kämme. Leider konnten wir die ersten Abende nach dem Abendessen nicht so recht gemütlich zusammensitzen, da noch eine andere große deutsche Gruppe im Speisesaal war.



3. Tag Montag, den 7. April 2008

Nach dem Frühstück um 9.30 Uhr ging die Fahrt wieder Richtung Westen. Das Wetter scheint schön zu werden. Die Sonne scheint und der Wind hat nachgelassen. Wir fahren wieder über die Schnellstraße, die vor ca. 4o Jahren gebaut wurde. Unterwegs sah man auch viele Bauruinen. Unser Reiseleiter erklärte uns, dass es in Griechenland üblich ist, solange die Kinder einer Familie noch klein sind, schon mit dem Bau eines Hauses für sie zu beginnen. Das Haus wird so gebaut wie das Geld vorhanden ist, es muss ja auch erst fertig sein, wenn der Sohn oder die Tochter sich verheiratet.
Die Fahrt heute wird sehr weit sein, so ungefähr 500 km legen wir zurück und wir werden erst am Abend wieder hier sein. Unterwegs, auf einem hohen Bergfelsen, sah man noch eine frühere Radarstation der Amerikaner. Kurz vor Rethimnon bogen wir ab auf eine Gebirgsstrasse mit tiefen Schluchten und erreichten nach ca. 5 km in 500 m Höhe das bekannte Männerkloster Arkadi.
Die Fassade der Klosterkirche stammt aus dem 17. Jh. Zuerst wurde die Kirche erbaut, dann wurde das Kloster um die Kirche angelegt.
Im Kloster gibt es auch einfache Gästezimmer. Der Glockenturm der Kirche ist noch original. Vor der Kirche befinden sich noch 4 alte Gräber mit Grabplatten. In der Kirche selbst sieht man keine Malereien, denn das Innere wurde zerstört und im 19. Jh. erneuert. Die geschnitzte Ikonostase aus Olivenholz stammt von 1927. Die Kirche ist zweischiffig angelegt und große Messingleuchter hängen von der Decke.
Über das große Unglück (Pulvermagazin) lesen Sie bitte im Reiseführer Seite 83.
Wir besuchten auch noch ein kleines Museum das im früheren Speisesaal aufgebaut ist. Ikonen (gehören der Kirche), Kelche, Weihrauchkessel, Waffen und Bilder von Menschen die im Kloster ums Leben kamen, sowie Bischofsketten und Evangelienbücher aus dem 16 – 18 Jh. sind zu sehen.
Heute leben nur noch 4 Mönche in diesem Kloster. Das Kloster lebt von ihren Ländereien, die verpachtet sind, sowie von Erbschaften und Spenden. Gegenüber dem Kloster befindet sich ein Mausoleum in dem die Gebeine der Freiheitskämpfer aufbewahrt sind.
Nun mussten wir auch schon wieder aufbrechen um weiter nach Chania und Rethimnon zu fahren.
Unterwegs erzählte uns der Reiseleiter, dass es ca. 30-Millionen Olivenbäume auf der Insel gibt. Es gibt große und kleine Olivenbäume. In neuerer Zeit werden nur noch kleine Bäume gepflanzt, da ihr Öl besser schmeckt als von den großen. Die Ernte beginnt Ende Oktober bis Anfang Dezember. Es werden Netze um die Bäume gespannt um die reifen Oliven aufzufangen. Ein maschinelles schütteln der Bäume wird nicht gemacht, da sich dadurch der Baum aus der Erde löst. Im Winter werden die Bäume geschnitten und auch die Vermehrung und Züchtung geht über das Holz. Die jungen Bäume werden in Gewächshäusern vorgezogen. Das qualitativ bessere Öl wird kalt gepresst ohne die Kerne und ist das extra „native Olivenöl“. Die Bäume wachsen an den Berghängen bis zu einer Höhe von 700 m. Unterwegs fuhren wir durch ein Gebiet mit vielen kleinen Dörfern, wo sehr viele Olivenbäume stehen.
Wieder unten an der Küste angekommen sehen wir viele schöne Hotels und weite Badestrände. Leider war es noch kein Wetter für ein Bad im Meer. In einer großen Bucht sehen wir eine mächtige türkische Festung die später zu einem Gefängnis umgebaut wurde.

Die Stadt Chania hat 65.000 Einwohner und die heutige Stadt wurde auf antiken Mauern aufgebaut. Hier steht die älteste Moschee Kretas. Heute sind aber keine Türken mehr hier, und deshalb wird die Moschee anderweitig genutzt. Der Omnibus parkte an der alten Befestigungsmauer nahe am Hafen. Unser Spaziergang ging am Hafen und der Stadtmauer entlang. Durch die Innenstadt machten wir einen Bummel durch die Ledergasse. Hier konnte man alles aus Leder erweben, von Handschuhen bis zur Lederjacke.
Uns interessierte aber mehr die Markthalle, wo sämtliche kretischen Agrarprodukte verkauft werden. Es bot sich ein buntes Bild mit dem vielen Obst- und Gemüseständen.
Hier kauften einige Besucher das extra native Olivenöl in Dosen um es zu Hause zu probieren. Außer Agrarprodukten gab es auch Fisch- und Fleischstände von Metzgern, die ihre Hammel-, Ziegen- und andere Fleischspezialitäten anboten. Auf dem Rückweg zum Hafen, sahen wir ganz versteckt in einem Hinterhof eine kleine Kath. Kirche. Wieder vorne auf der Hauptstrasse, hatten wir einen wunderbaren Blick auf die schneebedeckten Berge des Lefkagebirges. Der höchste Berg ist 2453 m hoch.
Die Geschichte der Stadt Chania können Sie auf Seite 53/54 nachlesen.

In Rethimnon machten wir nun unseren nächsten Halt. Die Stadt hat 22.000 Einwohner und als einzige Stadt Kretas einen breiten Sandstrand direkt vor der Stadt. Wir machten hier auch einen Stadtbummel durch die engen Gassen. Die venezianischen Häuser erkennt man an den schönen Portalen und ihren gotischen Bögen an den Fenstern. Viele Häuser haben noch immer den charakteristischen türkischen Holzerker an der Fassade. Ein wunderschöner aus dem Jahre 1629 stammender Brunnen mit drei Kapitellen und drei wasserspeienden Löwenköpfen entdeckten wir in der Altstadt. Dieser diente früher für die Wasserversorgung. Bei unserem Spaziergang entdeckten wir auch wieder eine Kath. Kirche. Auch einige Moscheen aus der Türkenzeit befinden sich noch in der Stadt. Sie werden aber heute anderweitig genutzt. Am schmucken venezianischen Hafen haben sich viele Fischrestaurants angesiedelt, dort erwartete uns auch unser Bus für die Heimreise.
Interessante Dinge können Sie auf Seite 51/52 im Reiseführer nachlesen
Nach dem Abendessen hatten wir noch eine Überraschung für unseren Reisefreund Siegfried Roller. Er hatte nämlich Geburtstag und so sangen wir ihm noch ein Geburtstagslied.“ Die Güldne Sonne, bringt Freud und Wonne“. Vom Hotel bekam er noch eine kleine Torte als Überraschung. Anschließend konnten wir heute noch ein wenig zusammensitzen.


4. Tag Dienstag, den 8. April 2008

Heute wäre eigentlich nach dem Programm ein freier Tag. Aber unser Reiseleiter möchte sein Programm durchziehen und so legen wir die freien Tage an das Ende der Reise. So ist heute der Ganztagesausflug auf die Südseite der Insel vorgesehen nach Matala und den Ausgrabungen Gortys und Phaestos. Deshalb fuhren wir nach dem Frühstück um 9.00 Uhr ab. Auch das Wetter war heute wieder sehr schön. Schon am Morgen war strahlend blauer Himmel.
Kurz vor Heraklion bog unser Bus von der Schnellstraße ab und fuhr mit uns durch die wunderschöne Messaraebene. Hier wird neben vielen Olivenbäumen auch viele Trauben angebaut. Diese Trauben werden nicht zu Wein verarbeitet, sondern werden getrocknet und geben Sultaninen. Es gibt zweierlei Methoden diese zu trocknen. Bei der schnelleren Methode werden die Trauben kurz in Potasche gelegt und auf dem heißen Stein in der Sonne getrocknet.
Die zweite Methode ist langsamer. Hierbei werden die Trauben auf Eisengestellen aufgehängt und so an der Luft und Sonne getrocknet. Jetzt in Frühjahr werden auch öfter Weinblätter gesammelt. Darin wird dann Hackfleisch und Reis eingewickelt und gedünstet. Es ist eine Spezialität Kretas und eigentlich auch von ganz Griechenland.
Früher war die Reblaus sehr stark verbreitet und machte fast alle Weinstöcke kaputt. Heute werden resistente Sorten angebaut. Die Trauben für den Wein werden im Herbst geerntet und auch über Weingärtnergenossenschaften ausgebaut und vermarktet. Tafeltrauben werden im Juli geerntet und in Lebensmittelgeschäften und im Export in alle Länder der Erde verkauft.
Unser Reiseleiter machte uns darauf aufmerksam, dass hier in der Landschaft viele kleine Kapellen stehen. Dies bedeutet, dass dann immer eine Gemeinde aufhört und die andere beginnt. Die Kapellen stehen immer an der Grenze..
Auch hier auf Kreta hat die alternative Stromerzeugung Einzug gehalten, gleich 5 moderne Windräder sahen wir auf einem hohen Berg stehen. 20 % sollen in Zukunft solche Windräder Strom produzieren. Wir kamen auch durch viele kleine Dörfer und manchmal waren die Straßen so eng, dass wir Angst hatten der Bus bleibt stecken. Vom höher gelegenen Dorf „Barbara“ hatten wir einen herrlichen Ausblick über die fruchtbare Tiefebene. Nun war es auch nicht mehr weit zu den Ruinen der römischen Hauptstadt Cortis. Hier machten wir den ersten Halt und besichtigten das zerstörte und wieder ausgegrabene Stadtareal. 500 – 600 Jahre alte Olivenbäume konnten wir hier auch bewundern.
Sie können die Geschichte von Cortis nachlesen auf Seite 60 im Reiseführer.

Weiter ging anschließend die Fahrt Richtung Süden, durch die Hauptstadt der Messaraebene nach Phaistos (Festos).
Dieser Palast liegt sehr schön auf einem 70 m hohen Hügel. Man hat einen wunderschönen Blick über die fruchtbare Ebene, die 40 km lang und 6 km breit ist und zum anderen einen bezaubernden Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel des Ida-Massives.
Über die Ausgrabungen von Festos lesen sie bitte auf Seite 61 – 63 nach.!

Danach besuchten wir den bekanntesten Badeort der Messara-Ebene „Matala“.
Hier kehrten wir erst einmal ein um unseren Hunger und Durst zu stillen. Danach machten wir, jeder auf eigene Faust, eine Besichtigung der Steinzeithöhlen. Sie stammen aus der Zeit um 6000 Jahre vor Chr. Später waren es Grabhöhlen der Römer und in den 70er Jahren waren sie belegt mit den Hippies aus USA und Europa. Heute stehen sie unter Denkmalschutz..
Die wunderschöne Badebucht ist eingegrenzt von dieser Felswand und lockt jährlich sehr viele Besucher an. Leider war es uns noch zu früh und zu kühl für ein erfrischendes Bad im Meer.
Die Rückfahrt führte wieder über die gleiche Strecke. Unterwegs sahen wir auch Friedhöfe mit kleinen Mausoleen. Die Toten hier werden auch in die Erde bestattet soweit es geht.
Das Grab bekommt dann aber eine kleine Erhöhung, die mit Marmor verkleidet wird. Die Toten auf Kreta bleiben nur 3 Jahre in ihren Gräbern. Danach wird dann nachgeschaut ob der Leichnam schon verwest ist, wenn nicht, bleibt das Grab noch ein weiteres Jahr offen und dann werden die Gebeine herausgenommen, gewaschen und kommen in einer Kiste in ein Gebeinhaus.
Die allerwenigsten Menschen können sich eine Familiengruft leisten, wo die Toten dann länger bleiben, denn das ist sehr teuer. Über diese Methode und Störung der Totenruhe waren wir alle sehr schockiert.

5. Tag, Mittwoch, den 9. April 2008

Nach dem Frühstück brachen wir wieder auf zu unserer Tour in Richtung Osten der Insel, zur Lassithi-Hochebene. Heute früh sah das Wetter nicht ganz so gut aus, es war bedeckt aber nicht kalt. Vorbei ging die Fahrt am einzigen Golfplatz der Insel. Über eine steile Anhöhe erreichten wir in 600 m Höhe das Kloster Panagia. Dieses Kloster liegt ganz versteckt in den Bergen und wurde in drei Bauphasen vom 14. – 19 Jh. erbaut. Der Glockenturm stammt von 1864. Das Innere der Kirche ist reich bemalt und stellt Szenen aus dem Leben und der Auferstehung Christis dar. Diese Malereien waren während der Türkenzeit übermalt und erst später wieder freigelegt. Hier sehen wir auch eine tragbare geschnitzte Ikone, die schon gestohlen war, aber wieder aufgetaucht ist.
Die ganze Klosteranlage ist neu hergerichtet und auch die wenigen noch dort lebenden Nonnen waren fleißig am arbeiten. Auch die Geheimschule, die noch aus der Türkenzeit stammt, konnte besichtigt werden. Es wurde uns geweihtes Wasser und Brot angeboten.

Weiter geht es über Serpentinen. Erst durch Wälder und später nur noch an kahlen Felsen mit wenig Gestrüpp vorbei zur Lassiti-Hochebene. Sie liegt 850 m hoch und ist 40 qkm groß. Am Eingang zur Hochebene stehen verfallene Windmühlen, die zu venezianischen Zeit gebaut wurden zur Bewässerung der vielen Getreide- und Kartoffelfelder. Heute sind nur noch wenige erhalten, da die meisten durch Motorpumpen ersetzt wurden. Die ganze Hochebene ist sehr fruchtbar. Dort oben gibt es 21 Dörfer. Die Bewohner haben Schafe und Ziegen, keine Hotels und wenig Fremdenverkehr.
Beim Dorf Psychro besuchten wir die Diktische Grotte, die die Geburtsgrotte von Götter Vater Zeus sein soll. Seine Mutter hatte ihn nach der Geburt hier versteckt, da ihn sein Vater töten und fressen wollte.
Vom Busparkplatz ging es noch einen Pfad steil hinauf zur Grotte. In dieser dann wieder viele, viele Stufen hinunter in die Tropfsteinhöhle, welche sehr düster und feucht war. Prächtige Stalagmiten (Tropfsteine die vom Boden der Höhle nach oben wachsen) und Stalaktiten (von der Höhlendecke nach unten wachsen) formierte sich von der Decke und vom Boden nach oben.
Vom Ausgang aus hatte man eine wunderschöne Sicht über die fruchtbare Hochebene, wo viel Getreide, Obst, Gemüse und Kartoffeln angebaut werden.
Viele alte Leute sieht man hier noch auf den Feldern arbeiten. Sie haben meist als Transportmittel einen Esel. Sie bekommen nur eine kleine Rente von 300 bis 400 Euro.
Nur in einem größeren Dorf gibt es Einkaufmöglichkeiten und eine Schule.
Am Rande der Hochebene aßen wir in einem Lokal zu Mittag. Bei den eingestürzten Windmühlen hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die Bucht von Malia und die Insel Spinalonga, die von 1903 bis 1957 als Leprakolonie diente. Malia ist ein aufstrebender Ferienort mit vielen Hotelbetten und Bars. Hier in der Bucht wachsen auf Kreta die einzigen Bananen in Gewächshäusern. Malia hat ca. 5.000 Einwohner und liegt sehr flach, so dass auch Oliven, Obst und Gemüse angebaut werden können.
Unser Ziel war die Stadt Agios Nikolaos an der Bucht von Mirambelo. Hier machten wir noch einen Spaziergang durch das malerisch, an einem Süßwassersee gelegene Städtchen. Danach fuhren wir direkt zum Hotel zurück.
Nach dem Abendessen konnten wir noch gemütlich zusammen sitzen, denn eine Gruppe war an diesem Tag abgereist und nun waren einige Tische für uns reserviert. Auch heute hatten wir nochmals ein Geburtstagsständchen zu singen, denn unser Reisefreund Heinz Popp hatte Geburtstag. Wir sangen ihm das Lied „Wie schön dass Du geboren bist“!
Vom Oberkellner bekam er auch wieder eine kleine Torte serviert.


6. Tag , Donnerstag, den 10. April 2008

Morgens hatten wir frei und konnten so etwas später zum Frühstück gehen. Anschließend fuhr eine Gruppe mit dem Hotelbus nach Hersonissos um sich das Städtchen anzusehen. Die Hauptstraße führt direkt durch die Stadt. Sie wird zurzeit neu ausgebaut einschl. der Gehsteige. Es war sehr viel Verkehr, so dass wir bald eine Seitenstraße suchten um ans Meer zu gelangen. Dort war es ruhiger, aber viele Geschäfte, Hotels und auch Gaststätten hatten noch geschlossen oder waren am Umbauen, Putzen und Renovieren für die neue Saison. Das Meer war sehr ruhig und wir schauten eine ganze Weile dem Wellenspiel zu. Am Strand entlang machten wir uns zu Fuß dann auf den Heimweg zum Hotel.
Nach dem Mittagessen holte uns Frau Gabi Schmidt von der Agentur ab zu einem Altstadtbummel in Heraklion. Sie zeigte uns vom Bus aus erst den großen Hafen wo viele Fähren nach Piräus verkehren und auch viele Kreuzfahrtschiffe anlegen. Auch ein großer Umschlaghafen für Güter befindet sich hier.
Am Freiheitsplatz stiegen wir aus und machten einen Spaziergang über die alte Wehranlage mit seinen dicken Mauern. Diese dicke Stadtmauer haben die Venezianer erbaut um die Türken vor Angriffen abzuhalten. Aber nach 21 Jahren Belagerung (1648 – 1669) fiel Heraklion doch noch an die Türken.
Ein imposantes Bild bot sich für uns von hier oben über die Häuser der Altstadt zu blicken.
Alles eng zusammengebaut in einfachen Häusern. Hier oben auf der Altstadtmauer ist auch das Grab des bekannten Griechischen Schriftstellers und Diplomaten Nikos Kazantzakis. Ein schlichtes Holzkreuz erinnert an ihn und in einen Stein sind die Worte gemeißelt „ ich hoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei. „
Zuletzt machten wir noch einen Gang durch die engen Gassen der Altstadt und besuchten noch eine ganz versteckt liegende kleine katholische Kapelle.
Dort hielt ein deutscher Evangelischer Pfarrer für uns eine kurze Abendandacht.
Herr Dr. Hesse ist als Pfarrer im Ruhestand, stammt aus Goslar, war dort einige Zeit Oberbürgermeister und betreut jetzt hier die Evangelischen Christen für 8 Monate.
Die Gemeinde ist aber sehr klein und er ist von der Nordelbischen Kirche entsandt und betreut die ganze Insel. Hinter der Kapelle liegt noch ein kleiner Friedhof mit alten Gräbern.
Ein Katholischer Kapuzinermönch betreut die Katholiken. Sie haben aber in Chania eine eigene Kirche.
Danach ging die Fahrt nochmals durch das Tal zu dem uns schon bekannten Staudamm gebaut wird. Frau Schmidt berichtet uns, dass das Gestein hier zyankalihaltig wäre und auch untersucht wurde. Sie wissen nun nicht, ob das Trinkwasser später verseucht ist oder nicht. Inzwischen wird aber weitergebaut.
Frau Schmidt erzählt uns noch über das orthodoxe Osterfest, das hier am 27. April gefeiert wird. Das orthodoxe Kirchenjahr fängt im September an und Ostern ist der höchste Feiertag und wird sehr groß gefeiert. Weihnachten wird nicht so groß gefeiert, es gibt auch nur Plastikbäume, denn andere seien zu teuer. Am Karfreitag trägt der Priester das Kreuz durch die Kirche. Am Ostersamstag um Mitternacht wird die große Auferstehungsfeier mit Gottesdienst gefeiert. Die Kirchenbesucher begrüßen sich anschließend mit „Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“
Am Ostersonntag gibt es dann in vielen Familien ein am Spieß gebratenes Osterlamm. Jetzt in der Kahrzeit werden schon überall Gottesdienst abgehalten und dabei die Liturgie gesungen. Es sind ganz eigenartige Gesänge mit viel Weihrauch. Die Besucher bleiben nicht die ganze Zeit in der Kirche, sondern Kommen und gehen wie sie wollen.
In einem abgelegenen Dorf in der Nähe, wo der kretische Abend stattfand besuchten wir kurz so einen Gottesdienst und anschließend machten wir noch einen Rundgang durch das Dorf. Ein Teil der Gruppe kehrte noch in einem Wohnhaus ein und trank einen kretischen Schnaps.
Der Kretische Folkloreabend fand in einer riesigen Halle statt, mit mehreren hundert Teilnehmern. Es gab vor der Halle ein typisches kretisches Essen, das jeder Teilnehmer selbst abholen durfte. In der Halle gab es dann noch Wein und Wasser. Die Vorführung war sehr interessant und elegant tanzten die vier jungen Paare mit ihren Trachten, kretische Tänze mit akrobatischen Einlagen. Aber für unsere Ohren war die Musik sehr laut.
Zum Sirtakitanz wurde dann auch das Publikum aufgefordert mitzutanzen.
Gegen 23.30 Uhr waren wir dann wieder im Hotel.




7. Tag, Freitag, den 11. April 2008

Heute am letzten Tag machten wir nochmals eine Halbtagesfahrt zu Land und Leute. Mit unserer neuen Reiseführerin Maria. Sie erzählte uns auch wie es zu der Insel Dia vor der Küste kam. Gott Zeus habe einen Stein ins Meer geworfen und daraus ist eine Insel entstanden. Die Fahrt ging wieder am einzigen Golfplatz der Insel vorbei, erst durch ein breites fruchtbares Tal mit vielen Obst- und Olivenbäumen. Von hier bogen wir ab von der Hauptstraße durch ein enges Tal zum Nonnenkloster „Moni Palianis“. Dort besuchten wir erst die kleine Kirche mit der heiligen Ikonastasia. Ein Priester und ein Helfer putzen gerade die Säule für den Ostergottesdienst. Wir machten danach noch einen Rundgang durch die Klosteranlage und sahen einen sehr alten Baum, wo viele Gläubige hin pilgern und ihre Gebetsanliegen an den Baum hängen. Sie beten vor allem für die Gesundheit und bei Kinderlosigkeit. Anschließend durften wir noch in die kleinen einfachen Zellen der Nonnen einen Blick werfen. Sie leben sehr bescheiden.
Bei der Weiterfahrt durch die sehr engen Straßen und Dörfer kamen wir nochmals zu dem Dorf „Heilige Barbara“, wo wir frische Orangen einkaufen konnten. Hier soll auch der Mittelpunkt Kretas sein. Weiter bergauf an den neuen 5 Windrädern vorbei kam dann unser Dorf Assites, wo wir zum Mittagessen erwartet wurden. Unterwegs sahen wir immer wieder Weingärten mit Gestellen zum Trocknen der Traubenbeeren zu Sultaninen, Felder mit Kartoffeln und Gemüse und natürlich dazwischen Olivenbäume.
Außerhalb des Dorfes sahen wir auf einer Anhöhe eine neuerbaute Taverne.
Sie war rund gebaut und so hatte man nach allen Seiten einen herrlichen Ausblick. Wir stiegen im Dorf aus machten einen Spaziergang durch die sehr engen Gassen und stiegen den kurzen steilen Weg hinauf zu der Taverne. Die Damen die nicht so gut zu Fuß waren, wurden sogar mit dem Auto abgeholt.
Die Wirtin hatte in ihrem neu erbauten Holzbackofen schon die Kartoffeln gebacken, dazu gab es Schweinebraten und griechischen Salat. Auch ein landestypischer guter Wein wurde gereicht. Alles schmeckte uns prima. Anschließend durften wir unten im Dorf noch das alte Wohnhaus der Großmutter mit 82 Jahren besichtigen. Die jungen Leute bauen sich heute auch neue Häuser, aber die alten Leute wollen in ihren alten Häusern bleiben. Es ist schon sehr einfach in nur einem Raum zu leben, der gleichzeitig Küche und Schlafstätte ist. Im Obergeschoss befindet sich noch ein Wohnzimmer, einfach eingerichtet mit vielen alten schwarz/weiß Fotos als Erinnerung an die Vorfahren an den Wänden. Im Untergeschoss, neben der Küche ist noch eine alte Kelter, wo früher der Wein gekeltert wurde und ein Vorratsraum mit großen Krügen um die Vorräte und das Eingemachte für den Winter aufzubewahren. Diese alte Frau war das letzte von 5 Kindern. Ihre Eltern wollten sie nicht mehr haben und so wurde sie von anderen Leuten adoptiert. Sie hatte dadurch eine sorglose Jugend. Das Dorf selbst sah sehr gepflegt aus, die Straßen waren gepflastert und alles sehr sauber.
Die alten Frauen sind alle schwarz gekleidet. Eine Nachbarin saß vor ihrem Haus auf einer Bank und häkelte.
In einem anderen Dorf Agios Mironas, zeigte uns Maria noch eine Grotte wo einst ein Eremit lebte. Diese Grotte ist sehr eng und klein und nur eine Steinplatte, in die Wand geschlagen, diente als Schlafplatz. Der Heilige Mironas lebte hier einige Jahre. Eine Ikone steht in einem Vorraum. Von hier aus besuchten wir noch einen Laden von Landfrauen geführt, wo man Gebäck kosten konnte, das diese Landfrauen in eigener Regie backen und verkaufen. Herr Kraut, als Bäckermeister interessierte sich sehr für die Backstube und wäre am liebsten dort geblieben. Wir kauften dort einige Sachen ein, um sie mit nach Hause zu nehmen. Dieser Tag war sehr warm mit ca. 28 Grad, so dass wir keine weiteren Besichtigungen mehr machen wollten.
Auf der Rückfahrt genossen wir nochmals die schöne abwechslungsreiche Landschaft mit seinen vielen fruchtbaren Tälern und kurz vor der Küste auch die steilen felsigen Berge auf denen überhaupt nichts mehr wuchs. Gegen 18.00 Uhr waren wir dann im Hotel zurück.

Vor dem Abendessen machten wir noch ein Gruppenfoto vor der Hotelhalle.
Frau Schmidt besuchte uns am Abend nochmals, um für den nächsten Morgen alles zu besprechen.


8. Tag. Samstag, den 12. April 2008

Frau Schmidt begleitete uns zum Flughafen. Unsere Abfahrt war auf 6.40 Uhr festgelegt. Wir hatten in der Frühe noch ein einfaches Frühstück im Hotel, dann ging es ab. Frau Schmidt vermittelte am Flughafen noch, dass Roswitha mit unserem Flugzeug zurückfliegen konnte. Da war sie sehr froh, dass dies machbar war.
Um 8.20 Uhr sollte der Abflug sein. Mit einiger Verspätung hob das Flugzeug um 8.45 Uhr ab. In Athen kamen wir schon um 9.25 Uhr an. Leider hatten wir dort einen langen Aufenthalt. Erst um 12.20 Uhr konnten wir weiterfliegen.

Um 14.15 Uhr waren wir dann glücklich und unversehrt in Frankfurt. Dort erwartete uns der Omnibusfahrer. Nach einem Zwischenstop in Weinsberg und weiteren Haltestellen, waren wir um 17 Uhr wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

Eine schöne, unvergessliche Reise, die uns noch lange in guter Erinnerung bleiben wird, war zu Ende.

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